Simbabwe

Kaffeeanbau in Simbabwe – Eastern Highlands, klare Arabicas und das Comeback eines klassischen Ursprungs
Simbabwe blickt auf eine lange, aber wechselhafte Kaffeegeschichte zurück. In den Eastern Highlands entstehen Arabica-Kaffees mit klarer Struktur, feiner Säure und guter Balance. Politische und wirtschaftliche Umbrüche führten zeitweise zu einem starken Rückgang der Produktion, doch in den letzten Jahren erlebt der Ursprung eine vorsichtige Renaissance. Kleine Produzenten, Kooperativen und gezielte Qualitätsprogramme bringen Simbabwe wieder auf die Landkarte des Spezialitätenkaffees.
Dieser Beitrag zeigt, wo in Simbabwe Kaffee angebaut wird, welche Sorten dominieren, wie verarbeitet wird und warum simbabwischer Kaffee erneut Aufmerksamkeit verdient.
Wo wächst Kaffee in Simbabwe?
Der Kaffeeanbau ist stark regional konzentriert und fast ausschließlich auf den Osten des Landes begrenzt.
Eastern Highlands – Herz des simbabwischen Kaffees
Die wichtigste und qualitativ relevanteste Region.
Typisch sind:
Höhenlagen zwischen 1.200 und 1.800 Metern
kühles, feuchtes Hochlandklima
gut durchlässige, mineralreiche Böden
Bekannte Anbaugebiete:
Chipinge
Chimanimani
Mutasa
Diese Regionen stehen für saubere, ausgewogene Arabica-Profile mit klarer Säure.
Seit wann wird in Simbabwe Kaffee angebaut?
Kaffee wurde Anfang des 20. Jahrhunderts während der britischen Kolonialzeit eingeführt. Über Jahrzehnte hinweg galt Simbabwe als zuverlässiger Produzent hochwertiger Arabicas.
Historische Entwicklung:
Einführung und Aufbau von Plantagen
stabile Exportqualität im 20. Jahrhundert
Einbruch durch politische und wirtschaftliche Krisen
Rückgang der Anbauflächen
Wiederaufbau und Qualitätsinitiativen seit den 2010er-Jahren
Viele bestehende Kaffeegärten stammen aus älteren Pflanzungen und werden heute neu belebt.
Anbauhöhen und Klima – gemäßigtes Hochland
Die Eastern Highlands bieten für Arabica sehr günstige Bedingungen.
Typische Voraussetzungen:
Höhenlagen: 1.200–1.800 Meter
Temperaturen: moderat, kaum Extreme
Niederschläge: ausreichend, saisonal
Diese Faktoren fördern:
langsame Reifung
dichte Bohnen
klare, definierte Säure
ausgewogene Aromatik
Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?
Der Kaffeeanbau Simbabwes ist nahezu vollständig Arabica-basiert.
Häufige Varietäten:
SL28 & SL34 – historisch eingeführt, hochwertig
Catimor – widerstandsfähig
Typica – vereinzelt
Die SL-Varietäten prägen den sensorischen Stil des Landes maßgeblich.
Aufbereitungsmethoden – sauber und klassisch
Die Verarbeitung erfolgt überwiegend zentralisiert auf Farm- oder Kooperativenebene.
Washed Process (gewaschen)
Der Standard simbabwischen Kaffees:
sehr saubere, klare Tassen
präzise Säure
gute Balance
Natural & Honey Process
Selten, meist experimentell:
mehr Körper
reifere Fruchtnoten
limitierte Speziallots
Die Qualität hängt stark von Infrastruktur und Zugang zu Ressourcen ab.
Geschmacksprofil – wie schmeckt Kaffee aus Simbabwe?
Simbabwische Kaffees gelten als elegant, klar und strukturiert.
Typische Aromen:
Zitrusfrüchte
Steinobst
rote Beeren
Karamell
leichte florale Noten
Im Vergleich:
weniger spitz als Kenia
klarer als viele südliche afrikanische Ursprünge
sehr gut geeignet für Filterkaffee
Wirtschaftliche Bedeutung – klein, aber hochwertig
Kaffee ist für Simbabwe kein Massenprodukt, besitzt jedoch strategische Bedeutung für die Eastern Highlands.
Charakteristisch:
geringe Produktionsmengen
Mischung aus Plantagen und Kleinbauern
zunehmende Direktvermarktung
Fokus auf Qualität statt Volumen
Spezialitätenkaffee bietet reale Chancen für nachhaltige Wertschöpfung.
Kaffee und Gesellschaft
Kaffee ist in Simbabwe eng mit ländlicher Entwicklung verbunden:
Beschäftigung in Hochlandregionen
Wissenstransfer durch Kooperativen
steigendes Interesse an Qualitätsverbesserung
Der Binnenkonsum ist gering, der Export steht im Vordergrund.
Fazit – Simbabwe als Ursprung mit Comeback-Potenzial
Simbabwe ist ein klassischer Arabica-Ursprung mit moderner Perspektive.
Die Kombination aus:
kühlem Hochland
bewährten SL-Varietäten
sauberer Nassaufbereitung
neuem Qualitätsfokus
macht simbabwischen Kaffee wieder relevant.
Noch kein breiter Marktstar – aber ein Ursprung mit Klarheit, Eleganz und überzeugendem Comeback-Potenzial.



