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Salomonen

Kaffeeanbau auf den Salomonen – Inselhochland, Kleinbauern und ein Ursprung im Aufbau

Die Salomonen gehören zu den unbekanntesten Kaffeeursprüngen der Welt. Der Anbau ist jung, klein und stark projektgetrieben. Gleichzeitig bieten die gebirgigen Inseln mit vulkanischen Böden, hoher Luftfeuchtigkeit und ganzjährig milden Temperaturen solide Voraussetzungen für Arabica. Kaffee entsteht hier fast ausschließlich in kleinbäuerlichen Strukturen und ist eher Entwicklungs- als Exportprojekt – mit entsprechend begrenzten, aber spannenden Lots.
Dieser Beitrag zeigt, wo auf den Salomonen Kaffee wächst, welche Sorten dominieren, wie verarbeitet wird und welches Potenzial der Ursprung langfristig besitzt.


Wo wächst Kaffee auf den Salomonen?

Der Kaffeeanbau ist auf wenige Inseln und sehr kleine Flächen konzentriert.


Guadalcanal – Zentrum der Aktivitäten

Die Insel Guadalcanal ist das wichtigste Anbaugebiet.
Typisch sind:

  • Höhenlagen zwischen 600 und 1.200 Metern

  • feucht-tropisches Hochlandklima

  • vulkanische, nährstoffreiche Böden

Hier finden sich die meisten Pilot- und Kooperativenprojekte.


Malaita – klein und verstreut

Weitere Insel mit vereinzelten Anbauflächen.
Kennzeichen:

  • sehr kleine Parzellen

  • geringe Infrastruktur

  • überwiegend lokale Vermarktung

Weitere Inseln

Einzelne Versuche auf Makira und Choiseul, bislang ohne nennenswerte Exportrelevanz.


Seit wann wird auf den Salomonen Kaffee angebaut?

Kaffee wurde im 20. Jahrhundert eingeführt, spielte jedoch lange keine wirtschaftliche Rolle.

Historische Entwicklung:

  • vereinzelte Pflanzungen im 20. Jahrhundert

  • Fokus auf Subsistenzwirtschaft

  • geringe staatliche Förderung

  • Entwicklungs- und NGO-Projekte seit den 2000er-Jahren

  • langsamer, qualitätsorientierter Aufbau

Der Kaffeeanbau befindet sich bis heute in einer frühen Entwicklungsphase.


Anbauhöhen und Klima – tropische Inselbedingungen

Das Klima der Salomonen ist feucht und maritim geprägt.

Typische Voraussetzungen:

  • Höhenlagen: 500–1.200 Meter

  • Temperaturen: warm, in Höhenlagen moderater

  • Niederschläge: hoch und ganzjährig

Diese Faktoren ermöglichen:

  • kontinuierliche Reifung

  • moderate Säure

  • weiche, runde Profile

Gleichzeitig stellen starke Regenfälle eine Herausforderung für Trocknung und Konsistenz dar.


Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?

Der Kaffeeanbau ist nahezu vollständig Arabica-basiert.

Häufige Varietäten:

  • Typica – am weitesten verbreitet

  • Bourbon – vereinzelt

  • Catimor – in neueren Pflanzungen

Die genetische Basis ist noch schmal, was Entwicklungschancen, aber auch Risiken mit sich bringt.


Aufbereitungsmethoden – einfach und gemeinschaftlich

Die Verarbeitung erfolgt meist auf Dorf- oder Kooperativenebene.


Washed Process (gewaschen)

Der häufigste Ansatz:

  • saubere, klare Tassen

  • milde Säure

  • ausgewogene Struktur

Natural Process

Selten und stark wetterabhängig:

  • mehr Körper

  • reifere Fruchtnoten

Fehlende Infrastruktur beeinflusst die Gleichmäßigkeit der Qualität deutlich.


Geschmacksprofil – wie schmeckt Kaffee von den Salomonen?

Kaffees von den Salomonen sind meist mild und zugänglich.

Typische Aromen:

  • Nuss

  • Kakao

  • Karamell

  • dezente Frucht

Im Vergleich:

  • weniger komplex als ostafrikanische Kaffees

  • weicher als viele südostasiatische Profile

  • unaufgeregt und harmonisch

Wirtschaftliche Bedeutung – Entwicklungsprodukt statt Exportware

Kaffee spielt wirtschaftlich bislang nur eine sehr kleine Rolle.

Charakteristisch:

  • extrem geringe Produktionsmengen

  • Fokus auf lokale Wertschöpfung

  • Entwicklungs- und Pilotprojekte

  • kaum Exportinfrastruktur

Langfristig kann Kaffee eine ergänzende Einkommensquelle für Hochlandgemeinden werden.


Kaffee und Gesellschaft

Kaffee ist auf den Salomonen kein traditionelles Kulturgut, gewinnt aber langsam an Bedeutung:

  • gemeinschaftlicher Anbau

  • Wissensvermittlung durch Projekte

  • Verbindung von Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung

Der Fokus liegt klar auf Stabilität und Selbstversorgung.


Fazit – die Salomonen als Ursprung im Aufbau

Die Salomonen sind kein etablierter Kaffeeursprung, sondern ein Land am Anfang seiner Entwicklung.
Die Kombination aus:

  • vulkanischem Inselterroir

  • kleinbäuerlichen Strukturen

  • jungen Kaffeeprojekten

  • sehr begrenzten Mengen

macht Kaffee von den Salomonen zu einer seltenen, experimentellen Herkunft.
Noch kaum sichtbar auf dem Weltmarkt – aber mit Potenzial für behutsames, nachhaltiges Wachstum.

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