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Nepal

Kaffeeanbau in Nepal – Himalaya-Vorland, Kleinbauern und ein junger Hochlandursprung

Nepal ist ein sehr junger Kaffeeursprung, hat sich jedoch in kurzer Zeit einen Namen für saubere, ausgewogene Arabica-Kaffees gemacht. Der Anbau findet im Vorgebirge des Himalaya statt, meist in kleinbäuerlichen Strukturen, häufig biologisch und stark handwerklich geprägt. Aufgrund der geringen Produktionsmengen ist nepalesischer Kaffee selten – gilt unter Kennern jedoch als spannender Nischenursprung mit klarer Handschrift.
Dieser Beitrag zeigt, wo in Nepal Kaffee angebaut wird, welche Sorten dominieren, wie verarbeitet wird und warum Nepal zunehmend Aufmerksamkeit im Spezialitätensegment erhält.


Wo wächst Kaffee in Nepal?

Der Kaffeeanbau konzentriert sich auf das mittlere Bergland des Landes, südlich der eigentlichen Himalaya-Gipfel.


Zentrale und westliche Hügelregionen

Die wichtigsten Anbaugebiete Nepals.
Typisch sind:

  • Höhenlagen zwischen 800 und 1.600 Metern

  • terrassierte Hanglagen

  • kleinstrukturierte Familienbetriebe

Bekannte Regionen:

  • Gulmi

  • Palpa

  • Syangja

  • Kavre

Diese Gebiete stehen für saubere, elegante Arabica-Profile mit moderater Säure.


Seit wann wird in Nepal Kaffee angebaut?

Kaffee kam vergleichsweise spät nach Nepal. Erst in den 1930er-Jahren wurden erste Pflanzen eingeführt, der systematische Anbau begann jedoch deutlich später.

Historische Entwicklung:

  • erste Pflanzungen im 20. Jahrhundert

  • Aufbau kleinbäuerlicher Strukturen

  • Förderung durch Entwicklungsprojekte

  • Bio- und Fair-Trade-Ausrichtung

  • langsames, qualitätsorientiertes Wachstum

Nepals Kaffeeanbau war von Beginn an auf Qualität statt Volumen ausgerichtet.


Anbauhöhen und Klima – Himalaya-Vorland als Vorteil

Nepals geografische Lage schafft besondere klimatische Bedingungen.

Typische Voraussetzungen:

  • Höhenlagen: 800–1.600 Meter

  • Temperaturen: mild, mit deutlichen Tagesunterschieden

  • Niederschläge: stark monsunabhängig

Diese Faktoren begünstigen:

  • langsame Reifung

  • gute Zuckerentwicklung

  • ausgewogene Säure

  • klare Aromatik

Der Anbau erfolgt fast ausschließlich im Schatten und ohne intensive Chemie.


Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?

Der Kaffeeanbau Nepals ist vollständig Arabica-basiert.

Häufige Varietäten:

  • Bourbon – süß und ausgewogen

  • Typica – klassisch und mild

  • Catimor – widerstandsfähig und verbreitet

Die Sortenwahl ist auf Robustheit und Qualität unter schwierigen Bedingungen abgestimmt.


Aufbereitungsmethoden – handwerklich und sauber

Die Verarbeitung erfolgt meist gemeinschaftlich in Kooperativen.


Washed Process (gewaschen)

Der klare Standard Nepals:

  • sehr saubere, klare Tassen

  • feine Säure

  • gute Balance

Natural & Honey Process

Selten und meist projektbezogen:

  • mehr Süße

  • weichere Textur

  • limitierte Speziallots

Durch kleine Mengen ist eine sehr sorgfältige Verarbeitung möglich.


Geschmacksprofil – wie schmeckt Kaffee aus Nepal?

Nepalesische Kaffees gelten als elegant, mild und ausgewogen.

Typische Aromen:

  • Steinobst

  • Zitrusfrüchte

  • Karamell

  • Nuss

  • leichte florale Noten

Im Vergleich:

  • weniger säurebetont als ostafrikanische Kaffees

  • feiner als viele südostasiatische Profile

  • sehr harmonisch und zugänglich

Wirtschaftliche Bedeutung – klein, aber nachhaltig

Kaffee ist für Nepal kein großes Exportprodukt, besitzt jedoch hohe Bedeutung für ländliche Entwicklung.

Charakteristisch:

  • sehr kleine Produktionsmengen

  • hoher Bio-Anteil

  • starke Rolle von Kooperativen

  • Fokus auf Fair- und Direct-Trade

Kaffee bietet vielen Familien eine wichtige Zusatzeinnahmequelle.


Kaffee und Gesellschaft

Kaffee ist in Nepal eng mit Entwicklungsarbeit verbunden:

  • gemeinschaftlicher Anbau

  • Wissenstransfer durch Kooperativen

  • nachhaltige Landwirtschaft

Der Binnenkonsum ist gering, die Wertschöpfung erfolgt überwiegend über den Export.


Fazit – Nepal als leiser Himalaya-Ursprung

Nepal ist kein klassischer Kaffeeriese, sondern ein Ursprung der Präzision und Nachhaltigkeit.
Die Kombination aus:

  • Himalaya-Vorland

  • kleinbäuerlichem Bio-Anbau

  • sauberer Nassaufbereitung

  • ausgewogenen Geschmacksprofilen

macht nepalesischen Kaffee zu einer seltenen, aber lohnenden Entdeckung.
Leise, klar und authentisch – Nepal steht für Kaffee mit Herkunft und Haltung.

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