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Mexiko

Kaffeeanbau in Mexiko – Regionen, Traditionen, Sorten und Besonderheiten des vielfältigen Mesoamerika-Ursprungs

Mexiko gehört zu den bedeutendsten Kaffeeproduzenten Lateinamerikas und hat sich im Spezialitätensektor in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Das Land verbindet traditionelle Kleinbauernwirtschaft, indigene Anbaukultur und bergige Mikroklimata mit wachsendem Qualitätsbewusstsein. Von nebelverhangenen Hochlandwäldern bis zu vulkanischen Hängen – Mexikos Kaffeeszene ist vielseitig, charakterstark und zunehmend international gefragt.

Dieser Beitrag erklärt, wo in Mexiko Kaffee angebaut wird, seit wann, welche Sorten verbreitet sind, welche Besonderheiten das Land prägen und warum mexikanischer Kaffee eine spannende Herkunft für Liebhaber milder, süß-fruchtiger und sauberer Profile ist.


Wo wächst Kaffee in Mexiko?

Mexiko verfügt über mehrere wichtige Kaffeeanbauregionen, die sich entlang der südlichen Gebirge und Küstenlandschaften erstrecken. Die bedeutendsten sind:


Chiapas – die Hochburg des Qualitätskaffees

Chiapas gilt als wichtigste Kaffee-Region des Landes.Typisch sind:

  • Höhenlagen zwischen 1.000 und 1.800 Metern

  • fruchtbare vulkanische Böden

  • süß, weich, ausgewogen – oft mit Kakaonoten


Veracruz – historisch und küstennah

Eine der ältesten Kaffeezonen Mexikos.Bekannt für:

  • nebelreiche Höhenlagen

  • florale und feine Zitrusnoten

  • vielseitige Mikroklimata


Oaxaca – indigene Vielfalt

Eine Region mit starker kultureller Identität.Kennzeichen:

  • bergige Lagen und kleinste Parzellen

  • viel Handarbeit und Kooperativen

  • aromatisch komplexe, teils würzige Profile


Puebla

Eine wachsende Region mit zunehmender Spezialitätenpräsenz.

Typisch:

  • mittlere Höhen

  • saubere, milde Tassen mit sanfter Fruchtigkeit


Guerrero

Kleiner im internationalen Fokus, aber traditionell geprägt.

Kennzeichen:

  • bergige Topografie

  • vollere, teilweise rustikale Profile


Seit wann wird in Mexiko Kaffee angebaut?

Kaffee gelangte im späten 18. Jahrhundert nach Mexiko, vermutlich über Antillen- und karibische Handelswege. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich der Anbau stärker, vor allem durch:

  • Plantagenstrukturen in Veracruz

  • Ausbreitung nach Süden (Chiapas, Oaxaca)

  • zunehmende Exportorientierung

Im 20. Jahrhundert wurde Kaffee zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor, insbesondere für:

  • indigene Gemeinden

  • Kleinbauernkooperativen

  • ländliche Entwicklung

Heute basiert die Produktion größtenteils auf kleinen Familienbetrieben, die oft in Kooperativen organisiert sind.


Anbauhöhen und Klima – warum Mexikos Kaffee so harmonisch ist

Die meisten Kaffees wachsen zwischen:

  • 900 und 1.800 Metern Höhe

Besonders prägend sind:

  • Gebirgsketten nahe der Pazifik- und Golfküste

  • Nebel- und Wolkenwälder

  • vulkanische Böden

  • stabile Regenzyklen

Diese Bedingungen führen zu:

  • milden Säuren

  • süßer, runder Aromatik

  • feinen, balancierten Profilen

Mexiko ist auch ein Vorzeigeland für Bio-Anbau, da viele Regionen ohnehin in nachhaltigen Agroforstsystemen arbeiten.


Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?

Mexiko baut fast ausschließlich Arabica an. Typisch sind:

  • Typica – historisch, mild, klar

  • Bourbon – süß und harmonisch

  • Caturra – kompakt, aromatisch

  • Catuaí – produktiv, weit verbreitet

  • Mundo Novo – kräftige, ertragsstarke Linie

  • Gesha (selektive Projekte) – zunehmend im Spezialitätenbereich

Hinzu kommen:

  • regionale Landrassen

  • krankheitsresistente Züchtungen (z. B. gegen Leaf Rust)

Die Sortenvielfalt spiegelt die Höhenlagen und Mikroklimata des Landes wider.


Aufbereitungsmethoden – traditionell und zunehmend spezialisiert

Mexiko ist traditionell ein Washed-Kaffee-Land, besonders in höheren Regionen.

Typisch:


Washed Process
  • saubere, klare Tassen

  • milde Säure

  • dezente Süße


Zunehmend verbreitet:


Honey Process
  • mehr Süße, weicher Körper


Natural Process
  • fruchtigere, intensivere Profile


Experimentelle Mikrofermentationen

vor allem für Export-Spezialitäten:

  • anaerob

  • extended

  • kontrollierte Temperatur

Viele Kooperativen investieren in Trocknungsbetten, Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit.


Wirtschaftliche Bedeutung – ein stiller, aber wichtiger Sektor

Kaffee ist für Mexiko besonders relevant in:

  • ländlichen und bergigen Gebieten

  • indigenen Gemeinschaften

  • Kooperativenstrukturen

Wirtschaftliche Merkmale:

  • überwiegend Kleinbauern

  • häufig Bio- und Fairtrade-Zertifizierungen

  • steigende Spezialitätennachfrage

Mexiko ist einer der größten Lieferanten biologisch zertifizierter Kaffees weltweit.


Tradition und Kultur

Kaffeeanbau in Mexiko ist eng verbunden mit:

  • indigenen Traditionen

  • gemeinschaftlicher Landwirtschaft

  • handwerklicher Ernte

Kulturelle Merkmale:

  • gemeinschaftliche Aufbereitung

  • lokale Märkte und Fiestas

  • starke regionale Identität

Die Verbindung zwischen Land, Kultur und Kaffee ist tief verwurzelt.


Fazit – warum Mexiko eine immer wichtigere Herkunft wird

Mexiko verbindet:

  • vielseitige Anbaugebiete

  • nachhaltige Kleinbauernstrukturen

  • milde, süße und ausgewogene Geschmacksprofile

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