Honduras

Kaffeeanbau in Honduras – Regionen, Traditionen, Sorten und Besonderheiten des aufstrebenden Mittelamerika-Produzenten
Honduras hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten von einem eher unterschätzten Kaffeeursprung zu einem der wichtigsten Produzenten Mittelamerikas entwickelt. Das Land bietet hohe Lagen, fruchtbare Bergregionen, eine enorme Kleinbauernvielfalt und ein stetig wachsendes Qualitätsbewusstsein. Heute zählt Honduras zu den bedeutendsten Exporteuren in Mittelamerika – mit einem breiten Spektrum an süßen, klaren und fruchtigen Arabicas.
Dieser Beitrag erklärt, wo in Honduras Kaffee angebaut wird, seit wann, welche Varietäten verbreitet sind, welche Besonderheiten das Land auszeichnen und warum honduranischer Kaffee immer beliebter wird.
Wo wächst Kaffee in Honduras?
Die Kaffeeproduktion konzentriert sich auf die bergigen Regionen im Westen, Süden und Zentrum des Landes. Die wichtigsten Gebiete sind:
Copán – mild, süß und zugänglich
Copán ist eine der bekanntesten Anbauregionen.
Typisch:
Höhenlagen zwischen 1.000 und 1.500 Metern
sanfte Fruchtigkeit, Süße und ausgewogene Tassen
viele Familienbetriebe und Kooperativen
Santa Bárbara – komplex und oft prämiert
Eine Region mit wachsendem Ruf im Spezialitätensektor.
Bekannt für:
steile Andenhänge
Höhenlagen bis über 1.800 Meter
komplexe, fruchtige und floral-süße Profile
Ocotepeque – im Westen nahe Guatemala
Kennzeichen:
Höhenlagen von 1.200 bis 1.800 Metern
balancierte, saubere Tassen
vulkanische Böden
La Paz & Marcala – traditionsreiche Herkunft mit Herkunftsbezeichnung
Marcala ist das erste geschützte Herkunftsgebiet des Landes.
Typisch:
Höhenlagen 1.200–1.600 Meter
süß, klar, harmonisch
viele Bio- und Fairtrade-Produzenten
El Paraiso – nachhaltiger Süden
Eine große Kaffeezone nahe der Grenze zu Nicaragua.
Kennzeichen:
warme, aber stabile Bedingungen
mittlere Höhen
zunehmende Spezialitätenproduktion
Seit wann wird in Honduras Kaffee angebaut?
Kaffee kam im 18. Jahrhundert nach Honduras, ähnlich wie in anderen mittelamerikanischen Ländern. Die große Bedeutung entwickelte sich jedoch erst:
ab dem 19. Jahrhundert durch Expansion in Bergregionen
im 20. Jahrhundert durch Kooperativen und Exportstrukturen
im 21. Jahrhundert durch starke Qualitätsinitiativen
Besonders wichtig war die Arbeit des IHCAFE (Instituto Hondureño del Café), das Forschung, Beratung und Qualitätswettbewerbe fördert.
Heute gehören honduranische Kaffees regelmäßig zu den Gewinnern internationaler Wettbewerbe wie dem Cup of Excellence.
Anbauhöhen und Klima – warum honduranischer Kaffee so aromatisch ist
Die meisten hochwertigen Kaffees wachsen in:
1.000 bis über 1.800 Metern Höhe
Die klimatischen Vorteile:
reichlich Niederschlag
fruchtbare Bergböden
Schattenanbau in Mischkulturen
stabile Temperaturen
Das führt zu:
süßen, fruchtigen Profilen
feiner Säure
guter Dichte
Die Vielseitigkeit reicht von mild-schokoladig bis floral und komplex.
Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?
Honduras baut fast ausschließlich Arabica an. Typische Varietäten sind:
Typica – traditionell und elegant
Bourbon – süß, ausgewogen
Caturra – fruchtig, kompakt
Catuaí – produktiv und verbreitet
Pacas – mutation aus Bourbon, ähnlich wie Pacamara
Parainema – honduranische Erfolgssorte; resistent und sensorisch spannend
Lempira & IHCAFE90 – resistente, ertragreiche Züchtungen
Besonders Parainema hat international Aufsehen erregt durch komplexe, teils würzig-fruchtige Profile.
Aufbereitungsmethoden – handwerklich und zunehmend innovativ
Traditionell ist Honduras ein Washed-Kaffee-Land, doch die Vielfalt nimmt zu.
Washed Process
saubere, klare Tassen
fruchtige, helle Noten
hohe Konsistenz
Honey Process
mehr Süße
weicher Körper
Natural Process
zunehmende Beliebtheit im Spezialitätenbereich
intensivere, tropische Frucht
Experimentelle Fermentationen
anaerob
extended fermentation
carbonic maceration
Viele Kooperativen bauen Trocknungsbetten, um die Qualität stabiler zu halten – ein wichtiger Schritt in einem Land mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Wirtschaftliche Bedeutung – entscheidend für ländliche Regionen
Kaffee ist eines der wichtigsten Exportgüter und bildet die Lebensgrundlage für einen großen Teil der Bevölkerung.
Kennzeichnend sind:
überwiegend Kleinbauernbetriebe
starke Kooperativen
wichtige Rolle für ländliche Entwicklung
wachsende Spezialitäten-Nachfrage als Treiber
Honduras ist heute einer der größten Kaffeeproduzenten Lateinamerikas – und einer der dynamischsten.
Tradition und Kultur
Der Kaffeeanbau in Honduras ist stark geprägt von:
Generationen-Familienbetrieben
gemeinschaftlicher Ernte und Aufbereitung
indigenen Traditionen in Regionen wie Lenca
lokalem Konsum und Festen rund um die Ernte
Die enge Verbindung zwischen Familien, Bergregionen und Anbauflächen prägt den Charakter des honduranischen Kaffees.
Fazit – warum Honduras ein Herkunftsland mit großem Potenzial ist
Honduras verbindet:
hohe, fruchtbare Berglagen
vielseitige Aromaprofile
starke Kleinbauernkultur
wachsendes Qualitätsbewusstsein
erfolgreiche Varietäten wie Parainema
Ob mild-süß, fruchtig, floral oder vollmundig – honduranischer Kaffee gehört zu den vielseitigsten und am schnellsten wachsenden Spezialitätenherkünften Mittelamerikas.



