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El Salvador

Kaffeeanbau in El Salvador – Regionen, Traditionen, Sorten und Besonderheiten des kleinsten Kaffeeursprungs Mittelamerikas

El Salvador ist flächenmäßig das kleinste Land Mittelamerikas, besitzt aber eine außergewöhnlich dichte Kaffeehistorie und einige der renommiertesten Varietäten der Welt. Vulkanische Böden, steile Hochlandlagen und familiengeführte Fincas prägen den Kaffeeanbau seit Generationen. Trotz wirtschaftlicher und klimatischer Herausforderungen hat sich El Salvador im Spezialitätensegment als Herkunft für komplexe, elegante und charakterstarke Arabicas etabliert.

Dieser Beitrag erklärt, wo in El Salvador Kaffee angebaut wird, seit wann, welche Sorten typisch sind, welche Besonderheiten das Land prägen und warum salvadorianischer Kaffee international hoch geschätzt wird.


Wo wächst Kaffee in El Salvador?

Der Kaffeeanbau konzentriert sich auf die vulkanischen Hochlandregionen des Landes. Die wichtigsten Anbaugebiete sind:

Apaneca-Ilamatepec – die wichtigste Kaffeezone

Die größte und bekannteste Anbauregion El Salvadors.
Typisch:

  • Höhenlagen zwischen 1.300 und 1.900 Metern

  • vulkanische Böden

  • komplexe, süße Profile mit feiner Säure

Santa Ana – rund um den Vulkan Santa Ana

Bekannt für fruchtbare Böden und hohe Qualität.
Kennzeichen:

  • klare, elegante Kaffees

  • florale und fruchtige Noten

  • viele traditionsreiche Familienfarmen

Chalatenango – hoch gelegen und kühl

Eine der spannendsten Spezialitätenregionen.
Typisch:

  • Höhenlagen bis über 2.000 Meter

  • langsame Reifung

  • sehr klare, komplexe Aromatik

Tecapa-Chinameca – vulkanisch und aromatisch

Eine Region mit aktiver vulkanischer Prägung.
Kennzeichen:

  • mineralreiche Böden

  • schokoladige, würzige Noten

  • gute Balance zwischen Süße und Körper

Seit wann wird in El Salvador Kaffee angebaut?

Der Kaffeeanbau begann in El Salvador im frühen 19. Jahrhundert. Bereits ab der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich Kaffee zum wichtigsten Exportgut des Landes und prägte Wirtschaft, Gesellschaft und Landschaft nachhaltig.

Wichtige historische Punkte:

  • rasche Ausbreitung auf vulkanischen Hängen

  • Entstehung großer Fincas im 19. Jahrhundert

  • Aufbau einer starken Exportwirtschaft

  • bis heute zentrale Rolle für ländliche Regionen

Trotz politischer und wirtschaftlicher Umbrüche blieb Kaffee ein kulturelles und wirtschaftliches Rückgrat El Salvadors.


Anbauhöhen und Klima – warum El Salvador so elegante Kaffees liefert

Die meisten hochwertigen Kaffees wachsen zwischen:

  • 1.200 und 2.000 Metern Höhe

Prägende Faktoren:

  • vulkanische Böden mit hohem Mineralgehalt

  • tropisches Hochlandklima

  • ausgeprägte Trocken- und Regenzeiten

  • kühlere Temperaturen in höheren Lagen

Diese Bedingungen führen zu:

  • feiner, strukturierter Säure

  • hoher Süße

  • klaren, eleganten Tassenprofilen

El Salvador ist bekannt für Kaffees mit Balance und Tiefe, weniger laut, aber sehr präzise.


Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?

El Salvador ist weltweit berühmt für seine Varietätenvielfalt und hat selbst entscheidende Sorten hervorgebracht. Typisch sind:

  • Bourbon – historisch bedeutend, süß und komplex

  • Pacamara – Kreuzung aus Pacas und Maragogipe, in El Salvador entstanden

  • Pacas – lokale Bourbon-Mutation

  • Typica – elegant und klar

  • Caturra – kompakt, aromatisch

  • Catuaí – stabil und verbreitet

  • SL-Varietäten & Gesha – in spezialisierten Microlots

Besonders Pacamara ist untrennbar mit El Salvador verbunden und liefert große Bohnen mit intensiver Aromatik und hohem Wiedererkennungswert.


Aufbereitungsmethoden – traditionell und qualitätsfokussiert

El Salvador kombiniert klassische Methoden mit moderner Innovation, besonders auf spezialisierten Fincas.


Washed Process

  • klar, elegant

  • feine Säure

  • sehr sauber

Honey Process

  • ausgeprägte Süße

  • runder Körper

  • typisch für viele moderne Farmen

Natural Process

  • fruchtiger, intensiver

  • oft in Microlots

Experimentelle Fermentationen

zunehmend verbreitet:

  • anaerob

  • extended fermentation

  • carbonic maceration

Viele salvadorianische Produzenten gehören zu den Vorreitern kontrollierter Fermentationsprozesse in Mittelamerika.


Wirtschaftliche Bedeutung – klein, aber hochwertig

Obwohl El Salvador heute weniger Kaffee produziert als seine Nachbarn, bleibt der Sektor wirtschaftlich und kulturell relevant.

Charakteristisch:

  • viele kleine bis mittelgroße Familienfarmen

  • Fokus auf Spezialitätenkaffee statt Masse

  • internationale Wettbewerbe und Auktionen

  • starke Beziehungen zu Specialty-Röstereien

El Salvador setzt bewusst auf Qualität statt Volumen.


Tradition und Kultur

Kaffee ist tief in der Identität El Salvadors verankert:

  • familiengeführte Fincas über Generationen

  • Weitergabe von Wissen und Varietäten

  • starke Verbindung zu vulkanischer Landschaft

  • zunehmender Stolz auf Herkunft und Terroir

Der Kaffeeanbau ist Ausdruck von Geschichte, Handwerk und regionaler Identität.


Fazit – warum El Salvador ein besonderer Spezialitätenursprung ist

El Salvador verbindet:

  • vulkanische Hochlandlagen

  • weltbekannte Varietäten wie Pacamara

  • elegante, ausgewogene Geschmacksprofile

  • traditionsreiche Familienfarmen

  • moderne Innovationsfreude

Ob süß-schokoladig, floral-komplex oder intensiv-fruchtig – Kaffees aus El Salvador stehen für Präzision, Tiefe und Charakter und gehören fest zur Welt des Spezialitätenkaffees.

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