Dominikanische Republik

Kaffeeanbau in Dominikanische Republik – Bergregionen, Tradition und das leise Comeback eines Karibikursprungs
Die Dominikanische Republik ist vor allem für Kakao, Zuckerrohr und Tourismus bekannt, blickt jedoch auch auf eine lange Kaffeetradition zurück. In den bergigen Regionen des Landes wird seit Jahrhunderten Arabica angebaut – meist kleinstrukturiert, schattig und naturnah. Lange Zeit stand Kaffee hier nicht im Fokus internationaler Aufmerksamkeit, doch in den letzten Jahren gewinnt der Ursprung wieder an Profil, insbesondere im Bereich sauberer, ausgewogener Spezialitätenkaffees.
Dieser Beitrag zeigt, wo in der Dominikanischen Republik Kaffee wächst, welche Sorten angebaut werden, wie verarbeitet wird und wodurch sich karibischer Kaffee sensorisch auszeichnet.
Wo wächst Kaffee in der Dominikanischen Republik?
Der Kaffeeanbau konzentriert sich auf die gebirgigen Regionen im Landesinneren, fernab der Küsten.
Zentrale Kordillere – Herz des Kaffeeanbaus
Die wichtigste Kaffeezone des Landes.
Typisch sind:
Höhenlagen zwischen 800 und 1.500 Metern
kühleres Bergklima
schattiger Anbau in Mischkulturen
Bekannte Gebiete:
Jarabacoa
Constanza
La Vega
Diese Region steht für ausgewogene, milde Kaffees mit klarer Struktur.
Südwesten – Barahona
Die bekannteste Herkunft der Dominikanischen Republik.
Kennzeichen:
Nähe zum Meer bei gleichzeitigem Hochlandklima
mineralische Böden
traditioneller Kleinbauernanbau
Barahona-Kaffees genießen international den besten Ruf des Landes.
Nordregion – Cibao und Puerto Plata
Kleinere Anbauflächen mit regionaler Bedeutung.
Typisch:
etwas niedrigere Höhenlagen
mildere Säure
weiche, runde Profile
Seit wann wird in der Dominikanischen Republik Kaffee angebaut?
Kaffee gelangte im 18. Jahrhundert mit europäischen Kolonialmächten in die Karibik. In der Dominikanischen Republik entwickelte sich der Anbau früh als kleinbäuerliche Kulturpflanze.
Historische Entwicklung:
Einführung im 18. Jahrhundert
Bedeutung als lokales Exportprodukt im 19. Jahrhundert
Rückgang durch Marktpreise, Abwanderung und Infrastrukturprobleme
Wiederbelebung durch Kooperativen und Qualitätsinitiativen seit den 2000er-Jahren
Heute ist Kaffee vor allem ein Produkt ländlicher Regionen und familiärer Strukturen.
Anbauhöhen und Klima – tropisch, schattig, stabil
Die Dominikanische Republik bietet ein klassisches karibisches Bergklima.
Typische Bedingungen:
Höhenlagen: 700–1.500 Meter
Temperaturen: ganzjährig moderat
Niederschläge: ausreichend, teils saisonal
Diese Voraussetzungen ermöglichen:
langsame Reifung
milde Säure
gleichmäßige Bohnenentwicklung
Der verbreitete Schattenanbau schützt Böden und Pflanzen und fördert Biodiversität.
Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?
Der Kaffeeanbau ist nahezu vollständig Arabica-basiert.
Häufige Varietäten:
Typica – historisch dominant
Bourbon – süßer, komplexer
Caturra – ertragreich, kompakt
Neue Pflanzungen konzentrieren sich zunehmend auf:
verbesserte Bourbon-Linien
krankheitsresistente Selektionen
Robusta spielt praktisch keine Rolle.
Aufbereitungsmethoden – traditionell und klar
Die Verarbeitung erfolgt überwiegend klassisch und handwerklich.
Washed Process (gewaschen)
Der Standard des Landes:
saubere, klare Tassen
milde, gut eingebundene Säure
ausgewogene Süße
Natural Process
Selten, meist experimentell:
etwas mehr Körper
reifere Fruchtnoten
regional begrenzte Lots
Die meisten Produzenten verarbeiten in kleinen Nassmühlen oder Kooperativen.
Geschmacksprofil – wie schmeckt Kaffee aus der Dominikanischen Republik?
Dominikanische Kaffees sind bekannt für ihre Zugänglichkeit und Balance.
Typische Aromen:
Nuss
Kakao
Karamell
dezente Frucht
milde Säure
Im Vergleich:
weniger lebendig als ostafrikanische Kaffees
runder als viele mittelamerikanische Profile
ideal für Filter und milde Espressoröstungen
Wirtschaftliche Bedeutung – Kaffee als regionale Lebensgrundlage
Kaffee ist kein dominantes Exportprodukt mehr, bleibt aber wichtig für viele Bergregionen.
Charakteristisch:
überwiegend Kleinbauern
Kooperativen als zentrale Strukturen
Kombination aus Kaffee, Kakao und Subsistenzanbau
zunehmende Direktvermarktung
Qualitätsorientierung bietet Perspektiven für stabile Einkommen.
Kaffee und Kultur
Kaffee ist fest im Alltag verankert:
traditioneller Konsum im Inland
meist dunkel geröstet
soziale Bedeutung im ländlichen Raum
Gleichzeitig wächst in Städten eine kleine Specialty-Szene mit neuem Qualitätsbewusstsein.
Fazit – die Dominikanische Republik als leiser Karibikursprung
Die Dominikanische Republik ist kein lauter Star der Kaffeewelt, sondern ein Ursprung der Balance und Beständigkeit.
Die Verbindung aus:
karibischem Hochland
traditionellem Arabica-Anbau
schattigen Agroforstsystemen
milden, harmonischen Profilen
macht dominikanischen Kaffee zu einer stillen, aber verlässlichen Größe.
Wer Eleganz statt Extreme sucht, findet hier einen Ursprung mit Charakter und Geschichte.



