
Americano

Die Entstehung des Caffè Americano
Der Caffè Americano ist eine vergleichsweise junge Kaffeevariation, deren Ursprung meist in der Zeit des Zweiten Weltkriegs verortet wird. Als US-amerikanische Soldaten in Italien stationiert waren, empfanden viele von ihnen den dort üblichen Espresso als zu stark und zu konzentriert. Um den Geschmack an den aus ihrer Heimat bekannten Filterkaffee anzunähern, verdünnten sie den Espresso mit heißem Wasser.
Aus dieser pragmatischen Lösung entwickelte sich eine eigenständige Kaffeezubereitung, die sich nach dem Krieg international verbreitete – zunächst in Europa, später auch weltweit in Cafés und Kaffeebars.
Ursprung des Namens
Der Name „Americano“ leitet sich direkt von diesen amerikanischen Kaffeetrinkern ab. In italienischen Bars wurde der verdünnte Espresso bald als caffè all’americana bezeichnet, was sich im Laufe der Zeit zur heute geläufigen Kurzform Caffè Americano etablierte. Der Name verweist also weniger auf die Bohnenherkunft als vielmehr auf die Trinkgewohnheiten amerikanischer Konsumenten.
Caffè Americano (SCA-orientierte Zubereitung)
Zutaten
Frisch geröstete Arabica- oder Arabica-dominante Bohnen
Gefiltertes Wasser
Optional: ein vorgewärmter Keramikbecher (150–200 ml)
Zubereitungsschritte
1. Espresso extrahieren
Kaffeemehl: ca. 18–20 g
Getränkemenge: 36–40 g Espresso
Extraktionszeit: 25–30 Sekunden
2. Wasser vorbereiten
90–96 °C heißes, gefiltertes Wasser
Menge: 90–120 ml (je nach gewünschter Intensität)
3. Americano aufbauen
Zuerst das heiße Wasser in die Tasse geben
Anschließend den Espresso vorsichtig hineinfließen lassen
4. Servieren
Sofort servieren, idealerweise ohne Umrühren, damit sich Crema und Aromen harmonisch entfalten können
Geschmacksprofil
Ein gut zubereiteter Americano bewahrt die aromatische Klarheit des Espressos, wirkt jedoch leichter im Körper. Typisch sind ausgewogene Bitterkeit, milde Säure und eine saubere, lange Nachhallstruktur – deutlich differenzierter als klassischer Filterkaffee, aber weniger intensiv als Espresso.



