Bourbon

Bourbon ist eine der grundlegendsten und einflussreichsten Arabica-Sorten und geht direkt auf die Typica-Linie zurück. Sie wurde im 18. Jahrhundert von französischen Missionaren auf der Insel Réunion – damals „Île Bourbon“ – kultiviert und verbreitete sich von dort aus nach Ostafrika sowie nach Mittel- und Südamerika. Bourbon-Pflanzen wachsen kompakt, bilden viele Seitenäste und tragen meist runde, dicht sitzende Kaffeekirschen.
Die Sorte ist bekannt für ihre ausgeprägte Süße, ihre weichen, balancierten Säurestrukturen und ihre häufig komplexen Aromen, die von karamelligen bis fruchtigen Noten reichen können. Bourbon bringt im Vergleich zu Typica höhere Erträge, bleibt jedoch relativ anfällig gegenüber Krankheiten, was ihren Anbau auf bestimmte Höhenlagen und geeignete Mikroklimata beschränkt.
Trotz dieser Herausforderungen zählt Bourbon zu den geschmacklich wichtigsten Arabica-Varietäten weltweit. Viele moderne Sorten – darunter Caturra, Catuaí, Mundo Novo und Pacas – sind direkte oder indirekte Weiterentwicklungen der Bourbon-Genetik und prägen bis heute die Vielfalt des globalen Arabica-Anbaus.



