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Coffea canephora (Robusta)

Wenn man über die bedeutendsten Kaffeesorten der Welt spricht, ist neben der Arabica vor allem Coffea Canephora, meist als Robusta bekannt, ein entscheidender Player. Sie gilt als die kräftigste, widerstandsfähigste und koffeinreichste Bohne. Rund 30–40 % der weltweiten Kaffeeproduktion entfällt auf Robusta – und sie gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere für Espresso und kräftige Mischungen.

Herkunft & Anbaugebiete

Robusta stammt ursprünglich aus den Tiefland- und Regenwaldregionen Zentralafrikas, insbesondere aus Uganda und dem Kongo-Becken. Im Gegensatz zur Arabica gedeiht sie hervorragend in niedrigeren Höhenlagen zwischen 200 und 800 Metern, wo sie schneller wächst und deutlich weniger empfindlich ist.

Wichtige Anbaugebiete sind unter anderem:

  • Vietnam – größter Robusta-Produzent weltweit, erdige und nussige Profile

  • Uganda – ursprüngliche Heimat, kräftige und würzige Noten

  • Indonesien (z. B. Sumatra, Java) – dunkle, holzige, teilweise schokoladige Aromen

  • Indien – weiche, aber dennoch kraftvolle Robustas, oft für Espresso beliebt

  • Brasilien – zunehmend wichtige Robusta-/Conilon-Produzent, mildere Charaktere

Robusta bevorzugt höhere Temperaturen, verträgt deutlich mehr Feuchtigkeit und ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten. Dies macht sie unkomplizierter im Anbau und zugleich wirtschaftlich attraktiver für viele Kaffeebauern.

Unterarten und Varietäten

Auch Robusta kennt verschiedene Varietäten und Untergruppen – wenngleich sie nicht die gleiche Vielfalt zeigt wie Arabica. Einige wichtige Typen:

  • Conilon – eine brasilianische Robusta-Varietät, mild, stabil und ertragreich

  • Nganda – häufig in Afrika, robust und kräftig im Geschmack

  • Kouillou – kompakte Pflanze, intensives Aroma

  • Hybrid-Varietäten wie Catimor und Sarchimor – Kreuzungen mit Arabica, resistent und produktiv

Bei Robusta liegt der Schwerpunkt meist weniger auf feinen Geschmacksnuancen und stärker auf Ertrag, Widerstandskraft und Körper.

Geschmackliche Eigenschaften

Robusta ist weltweit besonders wegen ihres kräftigen, intensiven Geschmacks gefragt. Typische Merkmale:

  • deutlich kräftigere Bitterkeit

  • weniger Säure

  • vollerer, schwererer Körper

  • erdigere, rustikalere Aromen

  • starke Crema-Bildung im Espresso

Häufig vorkommende Geschmacksprofile:

  • erdig und holzig

  • nussig bis malzig

  • dunkle Schokolade oder Kakao

  • leicht würzig oder tabakartig

Robusta besitzt weniger Fruchtnoten und weniger Süße als Arabica, bietet dafür aber einen intensiveren, kraftvolleren Charakter – besonders beliebt in Espresso-Blends.

Inhaltsstoffe

Typische Merkmale der Robusta-Bohne:

  • deutlich mehr Koffein als Arabica (ca. 1,7–3,5 %) – natürlicher Schutz vor Schädlingen

  • weniger Lipide und Zucker – sorgt für herberen Geschmack

  • mehr Chlorogensäuren – stärkerer, kräftigerer Tassencharakter

Diese Zusammensetzung macht Robusta geschmacklich rustikaler, aber auch im Anbau resistenter und ertragreicher.

Wofür wird Robusta verwendet?

Robusta spielt in vielen Bereichen eine wichtige Rolle – oft als Herzstück kräftiger Kaffeeprodukte:

  • Espresso-Mischungen – für kräftigen Körper und stabile Crema

  • Dunkle Röstungen

  • Instantkaffee – wegen des hohen Ertrags und intensiven Geschmacks

  • Cold Brew, wenn ein besonders kräftiges Profil gewünscht wird

  • Koffeinreiche Energieröstungen

Robusta ergänzt Arabica perfekt: Während Arabica für feine, komplexe Aromen sorgt, liefert Robusta Tiefe, Stärke und Intensität – eine Kombination, die besonders in italienischen Espressi unverzichtbar ist.

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