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Uganda

Kaffeeanbau in Uganda – Arabica im Hochland, Robusta im Tiefland und die Vielfalt eines Ursprungs

Uganda nimmt in der Kaffeewelt eine besondere Stellung ein. Das Land gilt als Heimat des Robusta-Kaffees, baut zugleich aber auch hochwertigen Arabica in hohen Lagen an. Lange war Uganda vor allem für Volumen bekannt, doch in den letzten Jahren gewinnt der Ursprung zunehmend an Profil im Spezialitätensegment. Die Kombination aus unterschiedlichen Höhenstufen, Varietäten und Anbausystemen macht Uganda zu einem der vielfältigsten Kaffeeländer Afrikas.
Dieser Beitrag zeigt, wo in Uganda Kaffee angebaut wird, welche Sorten dominieren, wie sich Arabica und Robusta unterscheiden und warum Uganda international wieder stärker in den Fokus rückt.


Wo wächst Kaffee in Uganda?

Der Kaffeeanbau ist über weite Teile des Landes verteilt und klar nach Höhenlagen gegliedert.


Mount Elgon – Arabica-Hochburg

Die Region an der Grenze zu Kenia gilt als Zentrum des ugandischen Arabica.
Typisch sind:

  • Höhenlagen zwischen 1.500 und 2.300 Metern

  • vulkanische Böden

  • kühles, feuchtes Bergklima

Bekannt für:

  • klare, ausgewogene Profile

  • Zitrus- und Steinfruchtaromen

  • gute Struktur und Süße

Rwenzori-Gebirge – „Mountains of the Moon“

Westugandisches Hochland mit wachsender Bedeutung.
Kennzeichen:

  • steile Hänge

  • langsame Reifung

  • elegante, oft florale Kaffees

Zentrales und westliches Tiefland – Robusta-Gürtel

Uganda ist eines der wenigen Länder mit bedeutendem hochwertigem Robusta-Anbau.
Typisch:

  • Höhenlagen zwischen 900 und 1.200 Metern

  • feucht-warmes Klima

  • hohe Erträge

Diese Regionen bilden das Rückgrat der ugandischen Kaffeeproduktion.


Seit wann wird in Uganda Kaffee angebaut?

Kaffee ist in Uganda tief verwurzelt. Robusta wächst hier teilweise wild und gilt als indigene Pflanze.

Die Entwicklung im Überblick:

  • traditioneller Konsum von Robusta lange vor dem Export

  • systematischer Anbau während der Kolonialzeit

  • staatliche Vermarktung und Fokus auf Menge

  • Liberalisierung und Qualitätsprogramme ab den 1990er-Jahren

  • wachsender Spezialitätenfokus seit den 2010er-Jahren

Heute positioniert sich Uganda zunehmend differenziert zwischen Volumenmarkt und Specialty Coffee.


Anbauhöhen und Klima – Vielfalt als Stärke

Ugandas Lage am Äquator sorgt für stabile Tageslängen, während Höhenunterschiede das Klima stark differenzieren.

Typische Bedingungen:

  • Arabica: 1.400–2.300 Meter

  • Robusta: 900–1.200 Meter

  • Niederschläge: zwei Regenzeiten

  • Temperaturen: ausgeglichen, selten extreme Werte

Diese Vielfalt ermöglicht:

  • unterschiedliche Reifeverläufe

  • breite Aromenspektren

  • flexible Erntezeiten

Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?

Uganda baut sowohl Arabica als auch Robusta an – ein Alleinstellungsmerkmal.


Arabica

  • SL14 & SL28 (am Mount Elgon)

  • Typica

  • Bourbon

Arabica steht für:

  • Klarheit

  • ausgewogene Säure

  • strukturierte Profile

Robusta

  • lokale Coffea canephora-Varietäten

  • genetisch sehr vielfältig

Ugandischer Robusta gilt als:

  • vergleichsweise sauber

  • weniger bitter

  • zunehmend interessant für hochwertige Blends und Single-Origin-Projekte

Aufbereitungsmethoden – im Wandel

Traditionell dominierte einfache Trocknung. Das ändert sich zunehmend.


Washed Process

Vor allem bei Arabica:

  • saubere, klare Tassen

  • definierte Säure

  • höhere Konsistenz

Natural Process

Sowohl bei Arabica als auch Robusta verbreitet:

  • fruchtigere Profile

  • mehr Körper

  • süßere Struktur

Zentralisierte Washing Stations gewinnen an Bedeutung, besonders im Hochland.


Geschmacksprofil – wie schmeckt Kaffee aus Uganda?

Ugandische Kaffees sind vielseitig und stark regionabhängig.

Typische Arabica-Aromen:

  • Zitrusfrüchte

  • Steinobst

  • Karamell

  • leichte florale Noten

Typische Robusta-Profile:

  • Kakao

  • Nuss

  • dunkle Frucht

  • kräftiger Körper

Im Vergleich:

  • weniger spitz als Kenia

  • runder als viele ostafrikanische Arabicas

  • außergewöhnlich vielseitig durch Robusta-Anteil

Wirtschaftliche Bedeutung – Schlüsselrolle für das Land

Kaffee ist Ugandas wichtigstes Exportprodukt.

Charakteristisch:

  • mehrere Millionen Kleinbauern

  • sehr kleine Parzellen

  • zentrale Rolle für ländliche Einkommen

  • starke staatliche Förderprogramme

Spezialitätenkaffee bietet wachsende Chancen für höhere Wertschöpfung.


Kaffee und Gesellschaft

Kaffee ist in Uganda alltäglich und kulturell verankert:

  • traditioneller Konsum von Robusta

  • gemeinschaftliche Erntearbeit

  • wachsende lokale Röst- und Cafészene

Zunehmend rückt Qualität auch im Inland stärker in den Fokus.


Fazit – Uganda als Ursprung der Vielfalt

Uganda ist kein eindimensionales Kaffeeland.
Die Verbindung aus:

  • indigener Robusta-Tradition

  • hochwertigem Hochland-Arabica

  • breiten Klimazonen

  • wachsender Qualitätsorientierung

macht Uganda zu einem der spannendsten, vielseitigsten Ursprünge Afrikas.
Vom kraftvollen Robusta bis zum eleganten Arabica – Uganda bietet mehr, als sein Ruf lange vermuten ließ.

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