
Grind settings
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The decisive factor for taste, extraction and balance in coffee

Der Mahlgrad bestimmt, wie schnell und wie vollständig Aromastoffe aus dem Kaffeemehl gelöst werden. Da sich die Oberfläche des Kaffees mit der Feinheit verändert, hat der Mahlgrad mehr Einfluss auf den Geschmack als viele andere Parameter. Er entscheidet darüber, ob Kaffee ausgewogen, süß und aromatisch schmeckt – oder sauer, bitter, dünn oder überextrahiert.
Warum der Mahlgrad so wichtig ist
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feinerer Mahlgrad → größere Oberfläche, schnellere Extraktion
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gröberer Mahlgrad → kleinere Oberfläche, langsamere Extraktion
Ist die Extraktion nicht im Gleichgewicht, zeigt sich dies unmittelbar im Geschmack:
Ergebnis Ursache
sauer, dünn, wässrig zu grob gemahlen
bitter, herb, dumpf zu fein gemahlen
Damit wird der Mahlgrad zum zentralen Werkzeug, um Kaffee geschmacklich zu steuern – unabhängig von Methode, Bohnen oder Zubehör.
Der passende Mahlgrad für jede Zubereitungsmethode
Mahlgrad-Tabelle
Empfohlener Mahlgrad: sehr fein
Körnung: wie Puderzucker oder sehr feiner Sand
Geschmackswirkung: intensiv, konzentriert, cremig
Empfohlener Mahlgrad: mittel-fein
Körnung: ähnlich feinem Sand
Geschmackswirkung: ausgewogen, weich, klar
Empfohlener Mahlgrad: mittel
Körnung: wie Tafelsalz
Geschmackswirkung: klar, balanciert, aromatisch
Empfohlener Mahlgrad: mittel-fein
Körnung: feiner als Filter, aber grober als Espresso
Geschmackswirkung: kräftig, voll, leicht würzig
Empfohlener Mahlgrad: mittel-grob
Körnung: wie grobes Tafelsalz oder Grieß
Geschmackswirkung: vollmundig, weich, rund
Empfohlener Mahlgrad: grob
Körnung: wie grobes Meersalz
Geschmackswirkung: mild, süß, geringe Säure
Diese Abstufung ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Brühzeit, Druck, Filtermedium und Wasserdurchfluss.
Woran man erkennt, dass der Mahlgrad nicht stimmt
Wenn der Kaffee zu grob gemahlen wurde:
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helle Säure, manchmal grasige Noten
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dünner Körper
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schneller Durchlauf (Filter/Siebträger)
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wenig Aroma
Wenn der Kaffee zu fein gemahlen wurde:
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Bitterkeit oder adstringierende Schärfe
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dumpfe Aromen
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langsamer Durchlauf oder Blockade
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„sandiges“ Mundgefühl bei Metallfiltern
Warum derselbe Mahlgrad nicht immer gleich funktioniert
Auch bei gleicher Einstellung an der Mühle können Anpassungen notwendig sein – z. B. durch:
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Röstgrad (hell → feiner, dunkel → gröber)
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Bohnenalter (frisch geröstet → gröber, älter → feiner)
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Luftfeuchtigkeit
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Sortenunterschiede
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Mühlenbauart und Verschleiß
Das erklärt, warum Mahlgradjustierung ein fortlaufender Prozess ist, kein einmaliger Schritt.
Unterschiede zwischen Mühlenarten
Schlagmesser
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pulverisiert ungleichmäßig
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wenig Kontrolle
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nicht ideal für hochwertige Ergebnisse
Kegelmahlwerk
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gute Allround-Lösung
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geeignet für die meisten Methoden
Scheibenmahlwerk
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sehr gleichmäßige Partikelverteilung
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ideal für Espresso & präzise Extraktion
Single-Dosing-Mühlen
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konstante Ergebnisse
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kein Aromaverlust im Hopper
Feintuning nach Geschmack – einfache Orientierung
Wenn der Kaffee zu sauer wirkt → feiner mahlen
Wenn der Kaffee zu bitter wirkt → gröber mahlen
Diese Regel gilt für alle Zubereitungsmethoden.
Mahlgrad, Partikelverteilung und Aroma
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weniger Feinpartikel („Fines“) → klarer, definierter Geschmack
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mehr Feinpartikel → mehr Körper, aber Bitterkeitsrisiko
Damit wird deutlich, warum hochwertige Mühlen den Geschmack sichtbar und schmeckbar verbessern.
Zusammenspiel mit anderen Faktoren
Der Mahlgrad wirkt immer gemeinsam mit:
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Wasserqualität
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Brew Ratio
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Temperatur
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Kontaktzeit
Trotzdem gilt:
Der Mahlgrad ist der wirksamste Stellhebel zur Geschmackssteuerung.
Für wen eignet sich dieser Leitfaden?
✔ Einsteiger, die besser verstehen wollen, warum Kaffee manchmal misslingt
✔ Interessierte, die reproduzierbare Ergebnisse möchten
✔ Nutzer aller Zubereitungsmethoden




