
French Press
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The classic method for full-bodied coffee enjoyment

Die French Press, auch Pressstempelkanne genannt, gehört zu den ursprünglichsten und unkompliziertesten Methoden der Kaffeezubereitung. Da hier kein Papierfilter verwendet wird, gelangen natürliche Kaffeeöle und feine Partikel in die Tasse. Das sorgt für einen kräftigen, aromatischen Kaffee mit rundem Mundgefühl und ausgeprägtem Körper.
Wie funktioniert die French Press?
Die French Press setzt auf sogenannte Immersion: Der Kaffee befindet sich vollständig im Wasser und extrahiert gleichmäßig über die gesamte Ziehzeit. Erst am Ende trennt der Stempel den Kaffeesatz vom Getränk. Dadurch entsteht ein intensiver Geschmack, der besonders gut zu runden, nussigen und schokoladigen Röstprofilen passt.
Bohnenauswahl – welche Röstungen eignen sich besonders gut?
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Mittel- bis dunkle Röstungen
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Aromen wie Schokolade, Nuss, Karamell oder leichte Würze
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Single Origins aus Brasilien, Guatemala, Kolumbien oder Sumatra
Warum diese Auswahl passt:
Da die French Press Körper und Textur betont, harmonieren Röstungen mit ausgewogener Säure und vollmundigen Noten besonders gut. Sehr helle Röstungen wirken hier oft zu spitz oder säurebetont.
Der richtige Mahlgrad für die French Press
Viele Anleitungen empfehlen „sehr grob“, doch für ein ausgewogenes Ergebnis eignet sich ein mittlerer bis mittel-grober Mahlgrad deutlich besser.
Warum nicht zu grob?
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unvollständige Extraktion
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dünner, flacher Geschmack
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weniger Süße und Aroma
Warum nicht zu fein?
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verstopft das Metallsieb
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führt zu Bitterkeit und Überextraktion
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mehr Sediment in der Tasse
Ideal ist:
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Körnung etwa wie grobkörniges Tafelsalz bis Grieß
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möglichst gleichmäßiges Mahlbild
Feintuning je nach Geschmack:
• wirkt flach → etwas feiner mahlen
• wirkt bitter/herb → etwas gröber mahlen
Die ideale Zubereitung – Schritt für Schritt
Empfohlenes Verhältnis:
1:15 – z. B. 30 g Kaffee auf 450 ml Wasser
So gelingt die Zubereitung:
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Kanne vorwärmen
Heißes Wasser kurz hineingeben und ausgießen. -
Kaffee mahlen und einfüllen
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Wasser auf 92–96 °C erhitzen
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Etwa die Hälfte des Wassers aufgießen
Der Kaffee soll vollständig benetzt sein. -
30–60 Sekunden warten (Blooming-Phase)
Der Kaffee gibt CO₂ ab, Aromastoffe werden freigesetzt. -
Kurz umrühren
Für ein gleichmäßiges Kaffeebett. -
Restliches Wasser auffüllen
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Weitere 3–3,5 Minuten ziehen lassen
Gesamte Ziehzeit bleibt etwa 4 Minuten. -
Langsam und ohne Druck herunterpressen
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Sofort einschenken
Nicht in der Kanne stehen lassen – sonst Überextraktion.
Tipps für ein noch besseres Ergebnis
⭐ Weiches oder gefiltertes Wasser verstärkt Süße und Klarheit
⭐ Optional Schaum an der Oberfläche abschöpfen
⭐ Für mehrere Tassen: Kaffee nach dem Pressen in Thermoskanne umfüllen
⭐ Temperaturstabilität erhöht Konsistenz
⭐ Mahlgrad als wichtigster Stellhebel statt Ziehzeit verändern
Für wen eignet sich die French Press?
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Für alle, die einen Kaffee mit viel Körper und Tiefe mögen
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Für unkomplizierte Zubereitung ohne Technik
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Für alle, die Kaffee natürlich und unverfälscht erleben möchten
Benötigtes Zubehör auf einen Blick
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French-Press-Stempelkanne
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Kaffeepulver – oder Kaffeemühle zum selbst Mahlen
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Feinwaage zum genauen Abmessen (optional, aber empfehlenswert)
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Wasserkocher oder andere Möglichkeit zum Erhitzen von Wasser
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Thermometer zur Temperaturkontrolle (optional)
Ursprung und Geschichte der French Press
Die Ursprünge der French Press reichen ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Die heute bekannte Form wurde 1929 von Attilio Calimani patentiert. Ziel war es, eine einfache Methode zu schaffen, bei der der Kaffee direkt im Wasser extrahiert wird, ohne Papierfilter oder komplexe Technik.
Besonders in Frankreich fand diese Brühmethode schnell Verbreitung – daher auch der bis heute gebräuchliche Name French Press. Über Jahrzehnte hinweg blieb das Prinzip nahezu unverändert, was die French Press zu einem echten Klassiker der Kaffeezubereitung macht.




