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Laos

Kaffeeanbau in Laos – Bolaven-Plateau, Hochlandklima und das leise Profil eines südostasiatischen Ursprungs

Laos gehört zu den stillen Kaffeeursprüngen Südostasiens. Abseits großer Exportströme entstehen hier Kaffees, die durch Balance, Süße und eine klare Struktur überzeugen. Der Anbau konzentriert sich auf das Bolaven-Plateau im Süden des Landes – ein vulkanisches Hochland mit idealen Bedingungen. Lange Zeit stand Laos für Volumen und Robusta, doch in den letzten Jahren gewinnt hochwertiger Arabica zunehmend an Bedeutung.
Dieser Beitrag zeigt, wo in Laos Kaffee angebaut wird, welche Sorten dominieren, wie verarbeitet wird und warum laotischer Kaffee langsam, aber stetig an Profil gewinnt.


Wo wächst Kaffee in Laos?

Der Kaffeeanbau ist stark regional konzentriert und nahezu vollständig auf das südliche Hochland beschränkt.


Bolaven-Plateau – Zentrum des laotischen Kaffees

Das Bolaven-Plateau ist das Herz des Kaffeeanbaus in Laos.
Typisch sind:

  • Höhenlagen zwischen 900 und 1.400 Metern

  • vulkanische, nährstoffreiche Böden

  • vergleichsweise kühles Hochlandklima

Zentrale Orte:

  • Paksong

  • Champasak

  • Salavan

Diese Region steht für ausgewogene, saubere Kaffees mit moderater Säure.


Seit wann wird in Laos Kaffee angebaut?

Kaffee wurde Anfang des 20. Jahrhunderts während der französischen Kolonialzeit eingeführt. Ziel war der Aufbau einer exportorientierten Landwirtschaft.

Die Entwicklung in groben Zügen:

  • Einführung durch französische Kolonialverwaltung

  • Ausbau von Plantagen im Bolaven-Hochland

  • staatliche Kontrolle nach politischen Umbrüchen

  • Fokus auf Robusta und Volumen

  • Qualitätsimpulse und Arabica-Fokus seit den 2000er-Jahren

Heute befindet sich Laos im Übergang von einem Massenursprung zu einem differenzierteren Herkunftsland.


Anbauhöhen und Klima – tropisches Hochland mit Stabilität

Das Bolaven-Plateau bietet ungewöhnlich stabile Bedingungen für Südostasien.

Typische Voraussetzungen:

  • Höhenlagen: 900–1.400 Meter

  • Temperaturen: moderat, kaum Extreme

  • Niederschläge: hoch, aber gut verteilt

Diese Faktoren begünstigen:

  • gleichmäßige Reifung

  • gute Süße

  • klare, nicht aggressive Säure

  • homogene Bohnenstruktur

Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?

Laos baut sowohl Arabica als auch Robusta an, mit regional klarer Trennung.


Arabica

Zunehmend im Hochland verbreitet:

  • Typica

  • Catimor

  • Caturra

Arabica aus Laos steht für:

  • milde Säure

  • ausgewogene Süße

  • saubere Tassen

Robusta

Weiterhin bedeutend, vor allem in niedrigeren Lagen:

  • ertragreich

  • kräftiger Körper

  • wichtig für den Massenmarkt

Aufbereitungsmethoden – von traditionell zu präziser

Die Verarbeitung war lange einfach und standardisiert, entwickelt sich jedoch weiter.


Washed Process (gewaschen)

Der dominierende Standard:

  • klare, saubere Profile

  • gute Balance

  • zuverlässige Qualität

Natural & Honey Process

Zunehmend bei Spezialitätenlots:

  • mehr Fruchtsüße

  • runder Körper

  • experimentelle Kleinmengen

Viele Farmen arbeiten heute mit verbesserten Trocknungsbetten und kontrollierter Fermentation.


Geschmacksprofil – wie schmeckt Kaffee aus Laos?

Laotische Kaffees sind meist zurückhaltend, rund und zugänglich.

Typische Aromen:

  • Karamell

  • Schokolade

  • Nuss

  • milde Steinfrucht

  • dezente Würze

Im Vergleich:

  • weniger säurebetont als ostafrikanische Kaffees

  • weicher als viele indonesische Profile

  • klarer als klassische Tiefland-Robustas

Wirtschaftliche Bedeutung – klein, aber wichtig

Kaffee ist eines der wichtigsten Exportprodukte der laotischen Landwirtschaft.

Charakteristisch:

  • viele Kleinbauern

  • staatlich geprägte Strukturen

  • wachsender Spezialitätenanteil

  • zunehmende Direktvermarktung

Qualitätsorientierung bietet neue Perspektiven für Einkommen im Hochland.


Kaffee und Gesellschaft

Kaffee ist in Laos eng mit ländlicher Entwicklung verbunden:

  • Familienbetriebe

  • Kooperativen im Aufbau

  • Kombination aus Kaffee und Subsistenzanbau

  • steigendes Interesse an nachhaltigen Methoden

Der Binnenkonsum ist gering, der Fokus liegt klar auf dem Export.


Fazit – Laos als leiser Hochlandursprung

Laos ist kein lauter Star der Kaffeewelt, sondern ein Ursprung der Balance und Beständigkeit.
Die Kombination aus:

  • vulkanischem Hochland

  • stabilen Klimabedingungen

  • wachsender Arabica-Qualität

  • handwerklicher Entwicklung

macht laotischen Kaffee zu einer spannenden Entdeckung für alle, die subtile, harmonische Profile schätzen.
Ruhig, rund und im Aufbau – Laos ist ein Ursprung mit Potenzial und eigener Handschrift.

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