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Kuba

Kaffeeanbau in Kuba – Sierra Maestra, staatliche Strukturen und der Charakter eines historischen Ursprungs

Kuba blickt auf eine lange und bewegte Kaffeegeschichte zurück. Im 18. und 19. Jahrhundert galt kubanischer Kaffee als hochwertiges Exportprodukt, heute ist der Ursprung international nur noch selten präsent. Dennoch existieren in den gebirgigen Regionen der Insel weiterhin sehr gute natürliche Voraussetzungen für Arabica-Anbau. Der Kaffee wird überwiegend staatlich organisiert, kleinbäuerlich angebaut und traditionell verarbeitet.
Dieser Beitrag zeigt, wo auf Kuba Kaffee wächst, welche Sorten angebaut werden, wie die Verarbeitung erfolgt und warum kubanischer Kaffee historisch bedeutsam bleibt.


Wo wächst Kaffee in Kuba?

Der Kaffeeanbau konzentriert sich auf die östlichen und zentralen Gebirgsregionen der Insel.


Sierra Maestra – Herz des kubanischen Kaffees

Das wichtigste und bekannteste Anbaugebiet Kubas.
Typisch sind:

  • Höhenlagen zwischen 800 und 1.500 Metern

  • feucht-warmes Bergklima

  • schattiger Anbau in Hanglagen

Bekannte Zonen:

  • Turquino-Gebiet

  • Granma

  • Santiago de Cuba

Diese Region steht für die klassischsten kubanischen Kaffees.


Sierra del Escambray

Zentral gelegene Bergregion mit kleinerer Bedeutung.
Kennzeichen:

  • etwas niedrigere Höhenlagen

  • milde Temperaturen

  • überwiegend lokale Vermarktung

Guantánamo-Hochland

Östliche Randregion mit begrenzter, aber traditioneller Produktion.


Seit wann wird in Kuba Kaffee angebaut?

Kaffee kam Mitte des 18. Jahrhunderts nach Kuba, maßgeblich durch französische Siedler aus Haiti. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Kuba zu einem der führenden Kaffeeexporteure der Karibik.

Historische Entwicklung:

  • Einführung im 18. Jahrhundert

  • wirtschaftliche Blüte im 19. Jahrhundert

  • Rückgang durch Zuckerrohr-Konkurrenz

  • staatliche Organisation nach 1959

  • Fokus auf Binnenmarkt und begrenzten Export

Viele historische Kaffeefincas existieren heute noch in vereinfachter Form.


Anbauhöhen und Klima – karibisches Hochland

Kuba bietet für Arabica geeignete, wenn auch begrenzte Hochlandbedingungen.

Typische Voraussetzungen:

  • Höhenlagen: 600–1.500 Meter

  • Temperaturen: ganzjährig warm, in Höhenlagen moderater

  • Niederschläge: ausreichend, saisonal

Diese Bedingungen begünstigen:

  • gleichmäßige Reifung

  • moderate Säure

  • runde, klassische Profile

Welche Sorten und Varietäten werden angebaut?

Der Kaffeeanbau Kubas ist nahezu vollständig Arabica-basiert.

Häufige Varietäten:

  • Typica – historisch dominant

  • Bourbon – süßer, ausgewogener

  • Caturra – verbreitet und ertragreich

Viele Pflanzenbestände sind alt und wenig erneuert, was Erträge begrenzt, aber traditionelle Profile bewahrt.


Aufbereitungsmethoden – traditionell und einfach

Die Verarbeitung erfolgt meist in staatlichen oder kooperativen Strukturen.


Washed Process (gewaschen)

Der Standard kubanischen Kaffees:

  • saubere, klare Tassen

  • milde Säure

  • gute Balance

Natural Process

Nur in sehr geringem Umfang verbreitet.

Moderne Fermentations- oder Spezialverfahren spielen bislang kaum eine Rolle.


Geschmacksprofil – wie schmeckt Kaffee aus Kuba?

Kubanische Kaffees gelten als klassisch, mild und zugänglich.

Typische Aromen:

  • Kakao

  • Nuss

  • Karamell

  • leichte Röstaromen

  • dezente Frucht

Im Vergleich:

  • weniger komplex als ostafrikanische Kaffees

  • runder als viele mittelamerikanische Profile

  • ideal für traditionelle Röststile

Wirtschaftliche Bedeutung – begrenzter, staatlich geprägter Sektor

Kaffee ist für Kuba kein zentrales Exportprodukt mehr.

Charakteristisch:

  • staatlich organisierte Produktion

  • begrenzte Exportmengen

  • Fokus auf Inlandsversorgung

  • geringe Investitionen in Modernisierung

Der Name „Café Cubano“ ist international bekannter als die tatsächliche Herkunft.

Kaffee und Kultur

Kaffee ist fester Bestandteil des kubanischen Alltags:

  • starker, dunkel gerösteter Kaffee

  • kleine Portionen (ähnlich dem Espresso-Stil)

  • soziale Bedeutung im täglichen Leben

Die Zubereitung steht kulturell stärker im Vordergrund als die Herkunft.


Fazit – Kuba als Ursprung mit historischer Bedeutung

Kuba ist kein moderner Spezialitätenursprung, sondern ein Land mit großer Kaffeegeschichte.
Die Kombination aus:

  • karibischem Hochland

  • traditionellem Arabica-Anbau

  • staatlich geprägten Strukturen

  • milden, klassischen Profilen

macht kubanischen Kaffee zu einem Ursprung mit nostalgischem Charakter.
Wenig präsent, kaum innovativ – aber historisch bedeutsam und kulturell tief verwurzelt.

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